Der Umgang mit Büchern

Leserillen, Eselsohren, Kaffeeflecken – für den Einen Horrorvorstellungen, für den Anderen ganz normal.

Zum Umgang mit Büchern habe ich schon viele verschiedene Meinungen gehört und gelesen. Im ersten Moment mag man denken das kann ja jeder für sich selbst entscheiden, aber wenn es zum Beispiel an das Thema „Bücher tauschen“ geht, spielt das ganz schnell doch eine Rolle.
Ich habe das nun einfach mal zum Anlass genommen meine Meinung dazu kundzutun.
Ob Euch das interessiert – keine Ahnung! Mich interessiert aber auf jeden Fall wie Ihr das seht und auf was Ihr beim Umgang mit Büchern achtet und freue mich über Kommentare zu dem Thema.

Meine Meinung dazu lässt sich relativ einfach zusammenfassen: alles was durch das Lesen halt einfach so kommt, ist für mich in Ordnung. Alles was durch den unachtsamen Umgang mit Büchern entsteht, stört mich.
Leserillen sind zum Beispiel etwas das mich überhaupt nicht stört. Das wohl am meisten angeführte Argument ist „Das sieht im Regal nicht schön aus!“. Aber wieso denn? Das Buch sieht dadurch doch einfach nur gelesen aus. Dabei sollte man schon unterscheiden ob das wirklich Leserillen sind, also durch das Lesen entstandene Rillen im Buchrücken, oder ob das extreme Knicke sind, weil das Buch zum Beispiel umgeklappt wurde oder aufgeklappt hingelegt wurde. Bei vielen Taschenbüchern lassen sich Leserillen auch gar nicht vermeiden, wenn man nicht explizit darauf achtet das Buch auch ja nicht zu weit aufzuklappen. Und ganz ehrlich: das zu tun wäre mir einfach zu blöd. Wenn ich lese, dann gemütlich auf der Couch oder in meinem Lesesessel, als Ausgleich zum Alltag, zum Abschalten nach dem Feierabend. Ich nehme ein Buch in die Hand und versinke in die Geschichte. Will ich dabei dann akribisch darauf achten müssen ob sich Leserillen bilden? Nein! Der Name impliziert doch auch schon, dass die Rillen durch das Lesen entstehen, was ist also so schlimm daran?
Anders steht es mit Dingen wie Eselsohren oder gar Flecken im Buch. Das mag ich auch absolut gar nicht, denn das sind vermeidbare Schäden. Klar, auch mir ist schon mal ein Buch runtergefallen und dadurch hatte es eine oder ein paar geknickte Seiten, das passiert. Aber zum Beispiel die Ecke einknicken und als Lesezeichen nutzen – No-Go! Lieber nehme ich irgendwas was gerade rumliegt und lege es zwischen die Seiten, wobei ich Zuhause sowieso immer ein Lesezeichen griffbereit habe und wenn ich tatsächlich mal unterwegs lese, nehme ich halt eines mit.
Genauso geht es mir auch mit Flecken oder anderen „mutwillig“ herbeigeführten Gebrauchsspuren an Büchern. Ich lese auch mal beim Essen, vor allem wenn ich alleine esse, aber dann passe ich dementsprechend auf. Und mal ehrlich „Ich bin halt ein Tollpatsch“ ist da für mich keine Ausrede. Man wird ja wohl von einem erwachsenen Menschen erwarten können, dass er anständig essen kann. Das hat doch nichts mit Tollpatschigkeit zu tun.
Ein letzter Punkt, der mir vor einer Weile in einem Forum über den Weg gelaufen ist und an den ich so nie gedacht habe, ist das Thema Schutzumschlag bei gebundenen Büchern. Der Name ist ja eigentlich selbsterklärend: ein Umschlag der das Buch schützt. In der Realität sieht es doch aber so aus, dass der Schutzumschlag die schöne Covergestaltung beinhaltet und das Buch optisch aufwertet, wohingegen der eigentliche Einband meist eher langweilig und einfarbig ist. Daher gehöre ich zu der Fraktion, die den Schutzumschlag zum Lesen abnimmt und erst wieder um das Buch macht, wenn es zurück ins Regal wandert. Denn was schützt er denn schon groß? Ich gehe mit meinem Buch beim Lesen sorgsam um, somit kommt da sowieso nichts dran. Im Gegenteil ich finde der Umschlag „entschützt“ das Buch eher. Wenn ich es mit Umschlag aufklappe, verschiebt sich dieser ganz oft, das Buch rutscht darin nach oben oder unten und man hat keinen richtigen Halt mehr. Die Folge: man kann nicht wirklich gemütlich lesen und im schlimmsten Fall ist der Umschlag am Ende total verknickt oder eingerissen – nicht schön!

Wie schon erwähnt, interessiert mich nun auch Eure Meinung zu dem Thema. Wie handhabt Ihr das? Berichtet doch mal: wo geht es Euch wie mir und wo seht Ihr das komplett anders? Gibt es noch andere Punkte auf die Ihr achtet, die ich gar nicht erwähnt habe? Ich bin gespannt! (:

13 Kommentare zu „Der Umgang mit Büchern

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  1. Ich stimme dir in allen Punkten zu!
    Wobei es bei mir passieren kann, dass ich das Taschenbuch auch mal umschlage. Gerade wenn ich im Bett noch lese und auf der Seite liege. Meist nimmt das Buch dabei aber den gleichen Schaden wie beim Lesen an sich, da ich ihm nicht den Hals umdrehe.

    Was ich dann furchtbar finde, wenn die Bindung so übel ist, dass ich es förmlich aufquetschen muss und dann das Buch eher einem Ballon ähnelt, wenn man es ausgelesen hat.

    Den Schutzumschlag verbanne ich auch immer. Neulich bekam ich ein Buch, das ich sogar eigentlich lieber als Taschenbuch gehabt hätte, von Medimops. Der Schutzumschlag hatte schon einige Risse, geklebt und sah gar nicht mehr schön aus. Gnah. Das ist sowas, das ich dann wiederum gar nicht verstehe. Warum tut man dem armen Umschlag sowas an?

    Beim Essen lese ich auch fast am liebsten eBooks. Im Fall der Fälle, dass wirklich mal was daneben geht…..hat das Buch daran keinen Schaden gekommen. :D

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    1. Ja das muss letztendlich auch jeder für sich entscheiden, aber wenn es sowieso nicht mehr „Schaden“ nimmt als durchs normale Lesen, why not? Ich brauche das gar nicht, weil ich auch so gut und gemütlich lesen kann.

      Von Medimops habe ich aber auch schon gehört, dass die sehr kulant mit der Zustandsbeschreibung sind. Ich weiß jetzt nicht als was das bezeichnet wurde aber wenn ich bei reBuy Bücher kaufe, hatten die selbst bei „Gut“, wo dabei steht „ein paar deutliche Gebrauchsspuren“ (oder so ähnlich :-D) maximal Leserillen und Schutzumschläge waren maximal an den Ecken ein bisschen angeschlagen.
      Aber das hat ja eigentlich gar nichts mit dem Thema zu tun, also ja, ich verstehe auch nicht wieso man sowas tut.

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  2. Da ich die meisten Bücher auf dem Kindle lese, habe ich dieses Problem mittlerweile nicht mehr. ;) Aber wenn ich doch mal ein Hardcover kaufe, nehme ich den Umschlag meistens beim Lesen auch ab, weil mir das Hin- und Herrutschen auf die Nerven geht. Leserillen im Taschenbuch sind für mich total normal und ich finde es eher merkwürdig, wenn man darauf besteht, dass das Buch im Regal noch genauso aussieht wie frisch aus der Buchhandlung. Was ich allerdings auch nicht mag sind Flecken und umgeknickte Ecken im Buch. Da achte ich schon drauf und ärgere mich auch, wenn mir das versehentlich passiert, z.B. wenn ich das Buch im Garten aufs Gras lege und die Seiten dann einen grünen Fleck abbekommen. :( LG, Antje

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    1. Das stimmt, mit eBooks hat man diese Probleme nicht mehr. Ich bin da aber immer noch etwas klassisch veranlagt und habe einfach gerne ein richtiges Buch in der Hand. Wenn der Platz für Bücher irgendwann mal knapp wird, wird sich das dann sicher auch noch ändern. :-D
      Ich denke versehentlich passiert das jedem mal, dass ein Fleck oder Knick dran kommt. Solange man aber generell darauf achtet und das die Ausnahme bleibt, ist das ja nicht weiter schlimm. Aber mir geht es da wie dir, ich ärgere mich dann immer total über mich selbst.

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  3. *lach* Oja, das Thema spaltet ja sogar Büchersüchtige unter sich, und Leute, die eher wenig oder halt nur ab und zu mal lesen, gucken immer total irritiert, wenn ein solches Gespräch geführt wird, gerne mit der irritierten Nachfrage, was denn bitte „Leserillen“ sind :-D

    Mir geht’s da ähnlich, normale Gebrauchsspuren regen mich jetzt nicht auf, und meinen absoluten Lieblingen, die ich selbst schon zigmal gelesen habe, sieht man die diversen Durchläufe auch an – wenn ich so eins mal verleihe, brauch ich mir auch keinen Kopf zu machen, die schauen ja eh schon total geliebt aus. Leserillen, beziehungsweise die klassisch abgestoßenen Außenecken lassen sich bei TB sowieso nicht vermeiden.

    Was ich nicht ausstehen kann, ist aber, wenn ein TB so richtig rundgelesen ist, weil es eben wie eine Zeitschrift beim Lesen in der Mitte aufgeklappt wurde, oder wochenlang mit „Gesicht nach unten“ auf einem Nachttisch lag. Bei HC finde ich es ganz schlimm, wenn so lieblos damit umgegangen wurde, dass der Rücken sogar gebrochen ist – keine Ahnung wie man das schafft, aber gesehen habe ich es schon (leider sogar bei einem meiner Bücher, nachdem ich es verliehen hatte). Und Eselsohren kann ich ebenfalls nicht leiden, mein Mann hat das früher immer gemacht, zum Glück hat er den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden, als ich ihm einen Packen Lesezeichen bereit gelegt habe ;-)

    Zum Schutzumschlag: Ich lese oft an einem Tisch (in meiner Frühstücksecke in der Küche zum Beispiel), und da liegt ein Hardcover eigentlich schön aufgeschlagen vor mir, und der Schutzumschlag bleibt dran, weil der mich nicht wirklich stört. Zum Im-Bett-oder-auf-dem-Sofa-lesen sind die mir nämlich meistens sowieso zu schwer und unhandlich, aber wenn ich das machen würde, würde ich den Schutzumschlag wohl auch abmachen, weil er dann wirklich unpraktisch ist.

    Zum angesprochenen Büchertauschen (also in dem Sinne, dass man in einer Buchcommunity ein Tauschregal einrichtet, und dann auch mit mehr oder weniger Unbekannten Bücher austauscht), konnte ich mich noch nie aufraffen, weil da die Ansprüche an das Tauschobjekt teilweise so überzogen sind, dass ich mir den Streß gar nicht erst antue.
    Da gibt es nur ein paar wenige ausgesuchte Leute, mit denen ich auch tatsächlich echten (wenn auch nur virtuellen) Kontakt habe. Ansonsten lege ich die nicht mehr gewollten Bücher lieber in den öffentlichen Bücherschrank, da kann jeder selbst entscheiden, ob’s ihm schön genug ist ;-)

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    1. Mit rundgelesenen Büchern oder gar gebrochenen Buchrücken bei HC hatte ich zum Glück noch keine Berührung.
      Wie geschrieben, ich gehe halt selbst recht sorgsam mit meinen Büchern um und beim Tauschen geht es mir wie dir. Massenhaft tauschen, kommt bei mir nicht in Frage, sondern auch nur mit bestimmten Leuten. Und wenn ich dann mein Regal das erste Mal ausmisten muss, werde ich da auch den Bücherschrank bevorzugen oder die Bücher verschenken.

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      1. Wobei natürlich diese Bücherschränke die fiese Eigenschaft haben, dass man da drin immer ein paar Bücher entdeckt, die man un-be-dingt schon immer mal lesen wollte. Von daher geht man selten wirklich mit einer leeren Tasche nach Hause – ich werte es immer als Erfolg, wenn ich mehr Bücher abgegeben als mitgenommen habe :-D

        Zum Thema ist mir gerade noch eingefallen, dass ich vor einiger Zeit in einem Bücherforum mal gelesen habe, dass eine Nutzerin jedes angeschaffte Buch in Folie einbindet – so wie die Schulbücher früher, damit eben die Ecken heil bleiben, der Rücken verstärkt ist und so. Das kenne ich eigentlich nur von Bibliotheks- oder eben Schulbüchern, die halt auch durch wirklich viele verschiedene Hände gehen, und mir wäre da der Zeit- und Kostenaufwand definitiv zu hoch, um ein 9,99-Buch zu schützen ;-) So lange, wie ich dafür brauchen würde, könnte ich in der Zeit wahrscheinlich schon die ersten fünf Kapitel gelesen haben :-D

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      2. Obwohl ich in einer Großstadt lebe, habe ich keinen Bücherschrank in unmittelbarer Nähe. Bis jetzt bin ich auch noch nie zu einem extra hingegangen. Ich denke wenn ich dann ausgemistet habe, werde ich das mal machen und spätestens dann wird es mir vermutlich genauso ergehen wie dir. :-D

        Okay, das ist echt ein bissche zu viel des Guten. Abgesehen davon fand ich diese Folie auch bei Schulbüchern schon immer hässlich. Gut, das waren Gebrauchsgegenstände, da hat es mich nich weiter gestört, aber wenn ich mir jetzt vorstelle, dass mir mein Bücherregal entgegenstrahlt, weil durch die Folie alles auf Hochglanz ist… nein danke! Mal abgesehen von dem von dir erwähnten zeitlichen Aufwand. :-D

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  4. Hallo,
    ich bin da voll und ganz deiner Meinung, außer bei den Leserillen. 😉
    Die kann ich überhaupt gar nicht leiden. Es liegt nicht einfach daran, dass es im Regal nicht mehr schön aussieht, sondern das ein Buch dadurch für mich „alt“ wirkt. Klar kann ich dein Argument verstehen, dass es gelesen aussieht und wenn es eine leicht Leserille ist, kann ich da schonmal drüber hinwegschauen. Aber am liebsten sind mir dann doch gebundene Bücher, denn die bekommen so schnell keine Leserillen. Problem gelöst. 😀
    Liebe Grüße
    Diana von lese-welle.de

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    1. Echt, alt? Das ist jetzt was was ich noch nie mit Leserillen assoziiert habe. Ich finde wenn ein Buch ansonsten in super Zustand ist, machen die Leserillen das nicht alt. Aber wie schon geschrieben, da ist jeder Bücherwurm anders.
      Ich habe aber tatsächlich auch lieber HC, obwohl mich Leserillen nicht stören, aber ich finde die sehen einfach hochwertiger aus.
      Liebe Grüße :)

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      1. Da muss ich dir zustimmen. Und außerdem verbirgt sich manchmal unter einem Schutzumschlag ein wahres Coverwunder. Bei einem Taschenbuch gibt es dahin gehend keine Überraschungen. 😉

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  5. Hallo!
    Lustigerweise sehe ich das eigentlich ganz anders. Zuallererst darf nur ich meine Bücher beschädigen. Wenn ich das selber mache, ist das irgendwie noch entschuldbar, bzw. ich muss mich dafür selbst schelten. Wenn andere das machen … Urgs, da bin ich dann irgendwie schon sauer und enttäuscht. Das ist bei vielen Büchern zwar leider nicht zu vermeiden, aber so viele Bücher muss ich auch gar nicht ausleihen, weil kaum jemand den gleichen Büchergeschmack hat, wie ich. (Also, jemand, der in meinem näheren Umkreis lebt.)
    Dann mag ich Eselsohren mittlerweile ganz gerne, das ist etwas, das ich bewusst mache und das mir später noch zeigt, dass ich diese Stelle wichtig fand. Das ist, wie ein Manuskript von Jane Austen zu lesen – man interessiert sich nicht nur für den Inhalt, sondern auch für die lesende/schreibende Person. Ich finde das spannend.
    In meine Bücher habe ich fast noch nie gegleckert, ich hatte nur einmal Nasenbluten bekommen, als ich Harry Potter und die Heiligtümer des Todes gelesen habe. Ich finde es immer wieder witzig zu der Stelle im Buch zurück zukehren und an mein erschrockenes Ich zu denken. (Ich hatte wahnsinnig Angst, dafür Ärger zu bekommen, aber meine Eltern waren da ganz ruhig.)
    Ich mochte den Beitrag sehr, gerade als Blogger beschäftigt man sich ja doch recht oft auch mit der Qualität eines Buches.
    LG Frizzi

    Gefällt 2 Personen

    1. Es freut mich, dass dir der Beitrag gefällt! :-)

      Bei mir verhält es sich auch so, dass eigentlich nur ich meine Bücher lese. Wenn ich sie weg gebe, dann dauerhaft und dann interessiert mich auch nicht mehr was damit passiert.

      Interessant wie du den Umgang mit deinen Büchern siehst. An sich ist das für mich absolut nachvollziehbar, käme für mich selbst aber nie in Frage! :-D

      Liebe Grüße! :-)

      Gefällt 2 Personen

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