Bloggen & Alltag – Was, Wie, Wann?

Wer meine Beiträge regelmäßig liest, hat sicher schon mitbekommen, dass ich seit September letzten Jahres ein duales Studium mache.
Vor diesem Studium hatte ich schon eine Ausbildung gemacht und in diesem Beruf dann ein Jahr gearbeitet. Dort hatte ich den Luxus auch während der Arbeit immer mal wieder was für den Blog vorbereiten zu können und zwischen letztem Job und Studium dann noch drei Monate frei, wo auch mehr als genug Zeit war, um alles unter einen Hut zu bekommen.

Dann fing das Studium mit der ersten Praxisphase an. Es hieß also für mich wieder morgens früh raus, den Tag über arbeiten und alles alltägliche nach Feierabend und am Wochenende erledigen. Kaum überraschend, dass ich da für das Bloggen erst mal kaum bis gar keine Zeit fand. Ich muss ja zugeben, ich habe recht entspannte Arbeitszeiten. Bei 7 Stunden pro Tag und Gleitzeit, kommt es eigentlich selten vor, dass ich nach 15 Uhr noch im Büro bin. Trotzdem habe ich es am Anfang einfach nicht auf die Reihe gebracht das Bloggen mit meinem neuen Alltag unter einen Hut zu bekommen. Das liegt sicherlich auch daran, dass mir nach Feierabend schlicht und ergreifend die Motivation fehlt noch den Laptop anzuschmeißen und Texte abzutippen. Das heißt aber nicht automatisch, dass ich generell keine Lust mehr auf das Bloggen habe oder es mir zu viel ist.
Nun kann ich den Einleitungssatz fast noch einmal wiederholen: wer mir schon länger folgt, weiß vielleicht, dass ich ein kleiner Planungs- und Ordnungsfanatiker bin. Na, was heißt das wohl?
Richtig, ein Plan musste her, um zukünftig meinen Blog und meinen Alltag so miteinander zu vereinbaren, dass ich alles erledigt bekomme, ohne mich dabei zu irgendetwas zwingen zu müssen.
Ich hatte mir da relativ schnell etwas überlegt, das zu meinem Alltag am besten passt und der letzte Monat hat gezeigt, dass dies auch wunderbar funktioniert.
Wer sich also in obiger Schilderung einigermaßen wiederfindet oder selbst immer wieder feststellt, dass für das Bloggen einfach zu wenig Zeit da zu sein scheint, wird vielleicht nachfolgend den ein oder anderen hilfreichen Tipp finden.

1. Legt Euch feste Veröffentlichungstage zu

Anfangs habe ich immer dann gepostet, wenn es halt etwas zu erzählen gab. Natürlich habe ich auf einen einigermaßen gleichen Abstand zwischen den Beiträgen geachtet, wirkliche Struktur hatte das aber nicht.
Hat man wenig Zeit, ist das Problem dabei, dass es dann ganz schnell eben nicht mehr „gerade mal“ was zu erzählen gibt, beziehungsweise wenn es dann mal was gibt, ist vielleicht gerade nicht die Zeit da, um den Beitrag dazu zu verfassen.
Deswegen ist es hilfreich, sich feste Tage für die Veröffentlichung von Beiträgen auszusuchen. Das hat für Euch den Vorteil, dass Ihr besser planen könnt und gleichzeitig wissen Eure Leser so irgendwann, wann sie mit neuem Input rechnen dürfen.
Dafür müsst Ihr natürlich ungefähr abschätzen können, wie viele Beiträge Ihr pro Woche zusammen bekommt. Das lässt sich aber an der Historie eigentlich recht gut ablesen. Ich plane zum Beispiel seit diesem Jahr mit zwei Beiträgen pro Woche, da sich gezeigt hat, dass dies für mich machbar ist. Damit die Beiträge dann auch gut über die Woche verteilt sind, habe ich mich auf Mittwoch und Sonntag festgelegt.
Dieser Tipp ist gleichzeitig auch die Grundlage für den zweiten:

2. Bereitet Eure Beiträge vor

Wie oben erwähnt, habe ich unter der Woche nach Feierabend einfach keine Lust mich auch Zuhause noch einmal vor einen Bildschirm zu pflanzen. Die simple Lösung: Ich sammle unter der Woche meine Inhalte für die Beiträge, mache mir zum Beispiel für die Rezensionen beim Lesen Notizen, sodass ich später nichts vergesse. Dann setze ich mich je nach Laune entweder Samstag oder Sonntag vormittags hin und tippe meine Beiträge ab, mache die Fotos dafür, bearbeite diese und plane die Beiträge für die kommende Woche. Hier kommen wir dann zur Verbindung mit Tipp 1. Habt ihr feste Tage, so könnt Ihr ganz leicht die geschriebenen Beiträge für die kommende Woche vorplanen und dazu die Planungsfunktion eures Anbieters nutzen. So werden die Beiträge automatisch am festgelegten Tag zur festgelegten Uhrzeit veröffentlicht, ohne dass Ihr noch irgendetwas machen müsst.
Natürlich habt Ihr so am Wochenende oder an welchem Tag auch immer Ihr Euren „Blog-Kram“ erledigt, mehrere Stunden Aufwand, mir persönlich ist es aber lieber so. Denn so weiß ich genau, dass der Samstag-/Sonntagvormittag geblockt ist, womit ich besser planen kann, als wenn ich jeden Abend ein bisschen was mache, ohne wirklich voran zu kommen.

3. Überlegt Euch im Voraus über was Ihr schreiben wollt

Dieser Tipp bezieht sich vor allem auf allgemeine Blogbeiträge, da sich diese sehr gut im Voraus planen lassen. Wann immer Ihr eine Idee für einen neuen Beitrag habt, schreibt sie Euch auf. Dann könnt Ihr diese Ideensammlung immer wieder nutzen, wenn Ihr Eure Woche oder sogar Euren Monat plant.
Ich persönlich handhabe es tatsächlich so, dass ich mir zu Beginn des Monats schon überlege, welche Beiträge ich neben meinen Rezensionen noch verfassen möchte. Ich weiß ungefähr wie viele Bücher ich im Monat lesen und dementsprechend auch rezensieren kann. Daran lässt sich dann gut abschätzen, wie viel „Platz“ auf dem Blog noch für andere Beiträge wäre. Wann genau ich diese Beiträge poste, entscheide ich dann am Wochenende beim Vorbereiten. Dann merke ich nämlich, ob ich für die kommende Woche zum Beispiel nur eine Rezension habe und dementsprechend noch einen Beitrag brauche, um auf meine zwei Beiträge pro Woche zu kommen.
Man kann das ganze natürlich auch noch insoweit auf die Rezensionen ausweiten, dass man sich zu Monatsbeginn entscheidet welche Bücher man lesen möchte. Ich lege mich hier immer auf fünf fest, von denen ich weiß, dass ich sie in der Regel auf jeden Fall schaffe. Jedes weitere Buch das ich dann noch schaffe, ist quasi Bonus und wird spontan ausgewählt.
Für die ganz Extremen unter Euch, kann man dann sogar soweit gehen, dass man sich für den Blog einen richtigen Redaktionsplan zulegt. Das ist aber selbst mir Planungsfreak zu viel des Guten und würde mir die Flexibilität, die ich zum Beispiel bei der schwankenden Anzahl meiner gelesenen und rezensierten Bücher brauche, nehmen.

4. Nehmt Euch nur das vor, das auch realistisch ist

In Punkt drei habe ich es schon erwähnt: Ich plane immer im Voraus welche fünf Bücher ich auf jeden Fall lesen möchte. Fünf deshalb, weil sich in der Vergangenheit gezeigt hat, dass ich in den meisten Monaten fünf Bücher lese, manchmal mehr aber nur selten weniger. Somit ist dieses Ziel absolut realistisch und machbar, heißt, ich setze mich damit nicht selbst unter Druck oder nehme mir zu viel vor.
Mit diesen fünf Büchern plane ich dann auch alles weitere rund um den Blog. Ich gucke wie viel Luft ich dann noch für allgemeine Beiträge habe und schaue in meiner Ideensammlung, auf was davon ich gerade Lust habe oder was vielleicht zu einem Buch oder aktuellen Thema passt.
Neben der Tatsache, wie viele Bücher Ihr realistischerweise lesen und rezensieren könnt, spielt hier auch Euer „echtes“ Leben eine entscheidende Rolle. Man weiß doch meistens schon zu Beginn des Monats, wenn zum Beispiel viele Geburtstage anstehen, sodass man kaum Zeit für sich hat. Genauso ist es selten ein Geheimnis, wann die Prüfungsphase beginnt und wann man dementsprechend mit dem Lernen anfangen muss. Heißt im Klartext, wenn Ihr genau wisst, dass viel ansteht, dann nehmt Euch in Bezug auf den Blog nicht auch noch übermäßig viel vor. Es ist Euch sicher niemand böse, wenn es in einem Monat einfach mal ein bisschen ruhiger bleibt, oder Ihr sogar mal einen Monat komplett Pause macht. Lieber so, als dass Ihr Versprechungen macht, die Ihr am Ende nicht halten könnt. Sowohl Euch selbst, als auch Euren Lesern gegenüber.

5. Macht Euch keinen Stress

Das Ende von Tipp vier ist die perfekte Überleitung zum fünften und letzten Tipp, den ich mit am wichtigsten finde.
Denn Tipp 1-4 sind immer auch eine Frage des persönlichen Empfindens. Dieser Tipp gilt aber ausnahmslos für jeden! Ja, das behaupte ich jetzt einfach mal ganz frech und ich bin mir sicher, am Ende seid Ihr mit mir einer Meinung!
Egal wie Ihr es handhabt, ob Ihr nun wie ich im Voraus plant oder lieber immer mal wieder das abarbeitet, das gerade anfällt: macht Euch dabei selbst keinen Stress!
Ihr wolltet eine Rezension veröffentlichen, aber dann kommt was dazwischen? Dann lasst es! Die Welt hört nicht auf sich zu drehen, wenn Ihr die Rezension einen Tag später veröffentlicht. Klar, Ihr könntet noch bis spätabends dasitzen und die Rezi doch noch abtippen, aber was habt Ihr davon, außer, dass Ihr am nächsten Tag hundemüde seid? Richtig, nichts! Und sind wir mal ehrlich, wie viele Eurer Follower sind denn dann um diese Zeit noch online und lesen den Beitrag? Unter der Woche bestimmt wenige bis keine. Dementsprechend wird der Beitrag sowieso erst am nächsten Tag gelesen.
Ich habe mir zu Beginn selbst sehr viel Druck gemacht, die selbstgesetzten Deadlines einhalten zu müssen. Aber außer mir kennt diese Deadlines niemand und somit reißt mir auch niemand den Kopf ab, wenn ich sie nicht einhalte. Man muss lernen sich selbst auch mal eine Auszeit zu gönnen und sich nicht durch Termine unter Druck zu setzen, die gar nicht nötig sind. Weder Eure Leser, noch die Verlage sind Euch böse, wenn eine Rezi statt nach drei, halt erst nach vier Tagen kommt. Genauso verhält es sich auch mit allen anderen Beiträgen. Ihr macht das doch, weil es Euch Spaß macht, nicht, weil Ihr müsst. Sobald Ihr Euch aber selbst stresst, geht dieser Spaß verloren und dabei verlangt das gar niemand von Euch, außer Ihr selbst.
Also, wenn es mal wieder eng wird und alles zusammen kommt, den Blog einfach mal Blog sein lassen und die wenige freie Zeit lieber für sich selbst nutzen – es wirkt Wunder! ;)

So, mit dieser kleinen (aber wichtigen) Moralpredigt komme ich dann auch zum Ende dieses Beitrags und wie immer, interessiert mich auch was Ihr dazu denkt.

Also berichtet doch in den Kommentaren von Euren Erfahrungen und Tipps – da kann ich sicher auch noch das ein oder andere lernen! :)

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9 Kommentare zu „Bloggen & Alltag – Was, Wie, Wann?

Gib deinen ab

  1. Mit deinen fünf Punkten bin ich voll einverstanden. Punkt 6 ist für mich: REAL LIFE geht vor. Das beinhaltet u.a.dein Punkt 4. Und wenn es denn mal gar nicht passt: Lieber nix als schlecht bloggen.

    Gefällt 1 Person

  2. Anfangs hab ich mir sogar null Gedanken darüber gemacht. Da war dann eher der Gedanke: „Oh, nein, die Verlage wollen doch die Rezi“ – zumindest bei Reziexemplaren. So kamen dann mal direkt zwei Beiträge an einem Tag.
    Inzwischen sehe ich das Schulter zuckend und mache es wie du. Die zwei Tage für Veröffentlichungen und gut. Die Belege vom Blog kann ich dann immer noch nachreichen und mache mir dadurch auch selbst weniger Druck – zudem deckt das teilweise dann auch mal gut den Urlaub ab, wie beispielsweise zwischen den Jahren.

    Was ich mir jetzt für die Zukunft noch angewöhnt habe, dass ich einen „Entwurfs“ Beitrag für den Lesemonat offen habe, den ich direkt ergänze. Es erspart mir die ganze Arbeit auf einmal. Oder auch so habe ich viele Entwürfe nebenher, die ich immer mal wieder erweitre oder zu einem Beitrag ausarbeite – ähnliche wie deine Notizen, nur eben direkt online.

    Gefällt 1 Person

  3. Huhu,
    deine 5 Punkte sind so einfach und doch so richtig. :)
    Vor allem bei Punkt fünf muss ich dir zustimmen. Ich habe mir am Anfang auch totalen Stress gemacht und musste immer unbedingt Dinge auf meinem Blog machen, weil ich es mir doch vorgenommen hatte. Mittlerweile mache ich mir immer sonntags einen Plan für die kommende Woche und schaue auch dann wann ich Zeit habe für meinen Blog. Und wenn spontan was dazwischen kommt ist das halt so. Das musste ich aber auch erst lernen.
    Ein schöner Beitrag. :)
    Liebe Grüße
    Diana von lese-welle.de

    Gefällt 1 Person

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